Das Wichtigste in Kürze
- Mit dem Altersvorsorgedepot (AVD) entsteht ab 2027 ein neuer Wettbewerbsmarkt, in dem Versicherer, Banken und Neobroker um dieselben Kundinnen und Kunden konkurrieren.
- Der digitale Identifizierungs- und KYC-Prozess wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor, da eine schnelle, medienbruchfreie Legitimation die Conversion deutlich erhöht und gleichzeitig regulatorische Anforderungen erfüllt.
- Anbieter sollten ihre KYC- und Signaturprozesse frühzeitig integrieren, um zum Marktstart eine skalierbare, compliance-konforme und nutzerfreundliche Abschlussstrecke anbieten zu können.
Inhaltsverzeichnis
Was ist das Altersvorsorgedepot
Versicherer, Banken und Neobroker stehen in direkter Konkurrenz zueinander
KYC und digitaler Abschlussprozess können beim Altersvorsorgedepot schnell geschäftskritisch werden. Seit Jahren sind Identifizierung und Legitimation eine der größten Hürden bei der Digitalisierung von Finanz- und Vorsorgeprodukten. Mit dem Altersvorsorgedepot rückt dieses Thema noch stärker in den Fokus. Jeder zusätzliche Schritt, jeder Medienbruch und jede Wartezeit verschlechtert für Anbieter die Conversion. Denn: Wer sich während des Onboardings legitimieren, Unterlagen nachreichen oder auf manuelle Prüfungen warten muss, bricht den Prozess deutlich häufiger ab. Jede Minute Verzögerung ist eine Minute, in der sich Interessenten gegen den Abschluss entscheiden können. Das Altersvorsorgedepot bringt nun erstmals Anbieter aus unterschiedlichen Welten unmittelbar in Konkurrenz miteinander. Versicherer konkurrieren nicht mehr nur mit anderen Versicherern, sondern zunehmend auch mit Neobrokern, Direktbanken und digitalen Investmentplattformen. Dadurch werden digitale Onboarding-Prozesse, die bislang oft als operative Frage betrachtet wurden, plötzlich zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Höhere Conversion-Raten bedeuten unmittelbar mehr Vertragsabschlüsse, niedrigere Akquisitionskosten und eine bessere Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. Das AVD wird in einem Markt starten, in dem viele Nutzer bereits an digitale Finanz-Apps gewöhnt sind. Neobroker und Direktbanken bieten Kontoeröffnung, Wertpapierhandel und Identifizierung oft vollständig digital und innerhalb weniger Minuten an. Dieses Niveau wird zum neuen Maßstab.
Für Versicherer entsteht dadurch ein besonderer Druck. Sie müssen regulatorische Anforderungen, Beratungspflichten und komplexere Produktmodelle erfüllen und gleichzeitig eine User Experience liefern, die mit modernen Apps vergleichbar ist. Ein guter Tarif oder ein starkes Produktversprechen reicht nicht aus, wenn der Abschlussprozess im entscheidenden Moment stockt.
Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen durch die Einführung der AMLR und eIDAS 2.0. Die eigentliche Frage für Anbieter lautet deshalb nicht nur, wie attraktiv ihr Altersvorsorgedepot ist, sondern ob sie regulatorische Anforderungen und ein nahtloses Kundenerlebnis miteinander verbinden können. Genau deshalb wird die technische Ausgestaltung von Identifizierung, Signatur und KYC-Prozessen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor für Banken, Versicherer und Neobroker im AVD-Markt. Sie könnte darüber entscheiden, ob sich Marktanteile künftig zugunsten digitaler Vorreiter verschieben, die einen vollständig digitalen und nahezu reibungslosen Abschluss ermöglichen.
Ein Blick auf die technische Integration
Beim digitalen Abschluss eines Altersvorsorgedepots greifen verschiedene Phasen ineinander. Am Anfang stehen Transparenz und Aufklärung durch Produktinformationen und die Förderlogik. Darauf folgen die rechtlich geforderte Beratung sowie die Geeignetheitsprüfung. Ist diese Hürde genommen, folgen die Identifizierung des Neukunden und die digitale Signatur. Den Abschluss bilden die Depotanlage und die anschließende Kundenkommunikation. Während die meisten Etappen gut steuerbar sind, bildet die Identifizierung die größte Hürde für Conversion und Compliance.

Für wen ist die Lösung relevant?
- Versicherer, die geförderte Altersvorsorgeprodukte ab 2027 digital vertreiben wollen.
- Banken und Sparkassen, die AVD-Produkte in bestehende digitale Konto- oder Depotstrecken integrieren.
- Depotbanken und Onlinebroker, die hohe Abschlussvolumina mit regulatorisch belastbarer KYC-Infrastruktur verbinden müssen.
- Fondsgesellschaften, die erstmals direktere Endkundenprozesse für geförderte Altersvorsorge aufbauen.
- Plattformanbieter, die AVD-as-a-Service-Angebote für Finanzdienstleister entwickeln.
Wie Nect den KYC-Part des Altersvorsorgedepots löst
Nect stellt die digitale Identifizierungs- und Signaturinfrastruktur bereit, die Anbieter für den AVD-Abschluss benötigen. Die Lösung kann in bestehende Abschlussstrecken integriert oder als Teil eines größeren AVD-Setups mit Partnern kombiniert werden.
| Nect-Baustein | Nutzen für den AVD-Use-Case |
|---|---|
| eID / NFC | Digitale Identifizierung mit dem Online-Ausweis für besonders hohe Vertrauensniveaus und zukunftssichere eID-Prozesse. |
| Auto Video-Ident | Ergänzendes Verfahren für Nutzergruppen oder Situationen, in denen ein assistierter Ident-Prozess sinnvoll ist. |
| Qualifizierte elektronische Signatur | Rechtssichere digitale Signatur direkt im Abschlussprozess ohne Papier, Postversand oder Medienbruch. |
| PEP- und Sanktionslistenabgleiche | Compliance-nahe Prüfungen können in die digitale KYC-Strecke eingebunden werden. |
| Auditierbare Dokumentation | Nachvollziehbare Prozess- und Prüfdokumentation für Compliance, Revision und regulatorische Nachweise. |
